Existenzgründung in Florida
Ron H. Collins ist erfahrener Unternehmens-und Wirtschaftsberater mit über 30 Jahren Berufserfahrung. Seine Berichte zum Thema "Existenzgründung in Florida" sollen zur Aufklärung dienen und helfen existenzbedrohliche Fehler zu vermeiden. Wir veröffentlichen diese in regelmäßig in nachfolgendem Blog.
Herr Collins ist bereits im Ruhestand, hat sich aber bereit erklärt, in Einzelfällen unsere Leserschaft ohne Honorarberechnung unter die Arme zu greifen, oder Fragen sachdienlich zu beantworten. Wir freuen uns, Ihnen als unsere treuen Kunden diesen Service anbieten zu können .
E-Mail-Adresse von Herrn Collins: rhuvcollins@comcast.net
Sonntag, 20. Dezember 2009 - 13:39 Uhr
Existenzgründung in FLORIDA
- Die häufigsten Fehler aus betriebswirtschaftlicher Sicht -
Am Anfang stand der Traum
Sicherlich kennen Sie das Gefühl, nach einen oder mehreren Urlaubs-aufenthalten hier in Florida, sich ernsthaft mit dem Gedanken zu tragen Ihrem Heimatland für immer den Rücken zu kehren. Die Gründe liegen in den unterschiedlichsten Motivationen. Nun hat man relativ schnell ein geeignetes Haus gefunden, stellt sich schon geistig vor welches Auto man hier fahren wird, legt schon einmal fest an welchen Tagen man bei Sonne und „Rumrunner“ am Beach verbringt, und dann kommt erst die Existenz an die Reihe, denn schließlich muß man ja auch von etwas leben können.
Nun plagen einem die unterschiedlichsten Gedanken, je nach finanzieller Qualifikation und eigener Kreativität. Der Kreative plagt sich dann Tag und Nacht mit sogenannten „Marktlücken“, also Dingen die es hier noch nicht gibt, aber nach seiner Überzeugung hier in Florida ein absoluter Renner sein müßte.
Das ist schon der erste Fehler:
Als Vergleich dient hier dann fast immer das Heimatland, z.B. Deutschland. Nun ist es richtig, dass es in Deutschland viele Geschäftsaktivitäten gibt, die hier nicht zu finden sind. Es ist auch richtig, dass einige dieser Geschäftsaktivitäten in Deutschland ein echter Renner sind. Tatsache ist aber, dass die Mentalität der Verbraucher in Deutschland nicht die gleiche wie hier in USA ist, schon gar nicht die, der Floridianer.
Das ist dann der zweite Fehler:
Nun kommen die sogenannten „Berater“ an die Reihe, wobei man hierbei völlig vergißt, dass die vermeintlichen Berater, z.B. die Makler, eigentlich Verkäufer sind. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich die Tätigkeit eines Maklers abqualifizieren möchte, sondern lediglich, dass es die Aufgabe eines Maklers ist, ein Geschäft zu verkaufen oder eines zu suchen.
Seine Beratungstätigkeit bezieht sich also auf die seriöse Abwicklung in Bezug auf den Kauf bzw. Verkauf. So ist es also nicht die Aufgabe eines Maklers den zukünftigen Geschäftserfolg zu beurteilen, sondern zu dieser Beurteilung wird er, wenn er seriös arbeitet, immer an einen entsprechend fachkompetenten und unabhängigen Experten verweisen. Unterläßt er trotz gezielter Kundennachfrage diesen Formzwang, bzw. weicht er mit Randbemerkungen sogar gezielt aus, kann man davon ausgehen, dass es ihm nur um den Verkauf geht, so unter dem Motto:
„ Nach mir die Sintflut „
Die rechtliche und steuerliche Grundlage
Man sucht einen Anwalt auf und bespricht alle rechtlichen Voraussetzungen, läßt die Verträge prüfen und holt sich dort den entsprechenden Rat hinsichtlich der Gesellschaftsform ein, in der man das Geschäft dann betreiben möchte. Ferner bespricht man die verschiedenen VISA Möglichkeiten und leitet auch hierfür dann die notwendigen Schritte ein.
Gleichzeitig konsultiert man einen Steuerberater, der dann in Verbindung mit der jeweils gewählten Gesellschaftsform die steuerlichen Gesichtspunkte im Detail erläutert. Nachdem es sich in der Regel um eine Neugründung handelt, wird dann noch ein sogenannter Businessplan über 5 Jahre erstellt.
Nun meint man alles richtig gemacht zu haben, so unter dem Motto:
„Ich habe ja einen guten Anwalt und einen guten Steuerberater“
und das ist dann :
Der dritte Fehler.
Ein Geschäft, gleich welcher Art, lebt zukünftig nicht davon, wie gut der Anwalt oder der Steuerberater ist, sondern nur und ausschließlich vom Umsatz und Gewinn. Was nützt der beste Steuerberater, wenn es nichts zu versteuern gibt, weil das Geschäft nicht läuft.!
Zusammengefaßt also, gibt man für alle randbegleitenden Maßnahmen viel Geld aus, das allerwichtigste aber eine „Betriebswirtschaftliche Auswertung“, der zukünftigen Existenz mit allen wesentlichen Merkmalen erspart man sich und wundert sich dann, wenn bereits im ersten Jahr die Planzahlen nicht annähernd erfüllt wurden. Erschwert kommt dann noch dazu, dass die laufenden Kosten im hohen Maße unterschätzt wurden. So erlebte ich immer wieder während meiner langjährigen Berufspraxis die Situation, dass ein Unternehmensberater häufig mit einem Sanierungsberater verwechselt wird, also in der Regel immer erst dann konsultiert wird, wenn es nichts mehr zu retten gibt. Natürlich finden die Geschädigten dann immer gleich einen Schuldigen, so unter der Bemerkung, das hätte doch der Steuerberater , der Makler oder der Anwalt schon damals sehen müssen.
Vergessen wird dabei die Tatsache, dass diese Berufsgruppen, wie bereits erwähnt, völlig andere Aufgabenfelder bedienen, sich also keineswegs mit Liquiditätsplänen, Marktanalysen, Zielgruppenbestimmung oder sonstigen Marketingmaßnahmen befassen.
Sicherlich sind z.B. einem Steuerberater diese Begriffe nicht fremd, sein Schwerpunkt ist aber das Steuerrecht. Man denke hier an den Vergleich des Metzgers, der auch Semmeln verkauft, diese aber nicht selbst herstellen wird.
Um die Notwendigkeit einer vorherigen Betriebswirtschaftlichen Auswertung, also vor Durchführung einer Existenzgründung einmal etwas zu unterstreichen, darf ich an die Statistik erinnern, die bei Insolvenzaufarbeitungen im Nachhinein klar aufzeigt, dass 8O % aller gescheiterten Existenzgründungen bei einer richtigen vorherigen BWA erst gar nicht gegründet hätten dürfen.
d.h. das Fiasko war deutlich vorhersehbar.
Darüber sollte heute jeder, der sich mit dem Gedanken trägt eine Existenz zu gründen, einmal in Ruhe nachdenken.
Soweit meine heutigen Ausführungen als Start meiner Informationsreihe zum Thema Existenzgründungen.
In meinen nächsten Berichten werde ich
auf ein paar wichtige Punkte einer hiesigen Existenz detailliert hinweisen.
Ein Schwerpunkt wird dabei z.B. die zielorientierte Kundengewinnung,
denn schließlich muß der Wurm dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.
Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur
Verfügung
Ron H.Collins
rhuvcollins@comcast.net